Der kulturelle Nachwuchsförderpreis der Agglomeration Freiburg geht 2025 ans Quatuor Essor
Der kulturelle Nachwuchsförderpreis der Agglomeration Freiburg geht 2025 ans Quatuor Essor – eine Ode an die Kammermusik vier junger Freiburger Musikerinnen und Musiker. Mit der Vergabe des kulturellen Nachwuchsförderpreises an das Quatuor Essor anerkennt und unterstützt die Agglomeration Freiburg die zeitgenössischen Kunstprojekte, die das junge Quartett entwickelt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis wird dem Quartett am 26. November 2025 um 17 Uhr im Zentrum Le Phénix übergeben.
Foto: Quatuor Essor : Annick Herren-Richard, Elise Krummenacher, Fiona Hengartner, Luca Musy © Copyright : Romano Riedo
_____________________
Der Preis wird jedes Jahr zusätzlich zu den von der Agglomeration gewährten Förderbeiträgen an eine aufstrebende professionelle Kulturvereinigung vergeben, um die Entstehung von vielversprechenden professionellen Kulturstrukturen und -projekten zu ermutigen, die für die Dynamik der Freiburger Kulturszene stehen. Mit dieser ausserordentlichen finanziellen Unterstützung zeichnet die Agglomeration einen von ihr unterstützten regionalen Kulturverein aus, der nicht mehr als fünf Spielzeiten oder Veranstaltungen produziert hat und im Prinzip seit nicht mehr als sieben Jahren in der Agglomeration tätig ist. Auf diese Art richtet der Agglomerationsvorstand seine Aufmerksamkeit auf neue regionale Kulturinitiativen professioneller Kulturschaffenden. Da dem kulturellen Nachwuchsförderpreis kein Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen vorausgeht, ist seine Vergabe eine freudige Überraschung für die preisgekrönte Vereinigung.
Das 2017 von vier jungen Freiburger Berufsmusikerinnen und Berufsmusikern gegründete Quatuor Essor bringt mit einer unerwarteten Klangpalette, neuen Klangmischungen und einem lustvollen und komplizenhaften musikalischen Dialog frischen Wind in die Kammermusik. Das sensationelle Quartett besteht aus den beiden Pianistinnen Fiona Hengartner und Elise Krummenacher, die von der Perkussionistin Annick Herren-Richard und dem Perkussionisten Luca Musy begleitet werden. Gemeinsam reissen sie mit neuen Kompositionen und einem zeitgenössischen Repertoire genussvoll Stilgrenzen nieder. Sei es mit umgeschriebenen Orchesterwerken oder mit der Bestellung von Originalwerken moderner Komponistinnen und Komponisten: Das einzige Ziel des Quartetts besteht darin, verschiedene Generationen um eine facettenreiche, ausdrucksstarke und mitreissende Musik zu versammeln. Dies zeigt sich auf bemerkenswerte Weise mit der ersten CD des Quartetts, «Music for 4 Musicians», die es 2021 in Zusammenarbeit mit Karol Beffa, einem international bekannten französisch-schweizerischen Komponisten, aufgenommen hat.
Um seiner Liebe zum amerikanischen Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts mit seinen lüpfigen Rhythmen und mitreissenden Melodien in einer leichten und poetischen Atmosphäre Ausdruck zu verleihen, beschäftigte sich das Quatuor Essor 2025 mit dem Thema «Ein Amerikaner in Paris» von Georges Gershwin und ergänzte sein Programm mit Werken Westschweizer Komponisten wie Olivier Lattion, Julien Painot und Luca Musy. Um das junge Publikum für die Kammermusik zu begeistern, hat das Quatuor Essor zudem ein Projekt für junge Zuhörerinnen und Zuhörer entwickelt. Sich auf eine fantastische Reise begebend, können sich die Kinder mit den Instrumenten vertraut machen und Bodypercussion-Rhythmen ausprobieren, während sie die Musikerinnen und Musiker bei ihrem Spiel begleiten.
Mit einem neuen Kinokonzert-Konzept bereitet das Quatuor Essor für die nächste Spielzeit eine zeitgenössische Neuinterpretation des Stummfilms vor. Für die Komposition einer Originalmusik zum Stummfilm Sherlock Junior von Buster Keaton arbeiten sie mit dem Pianisten und Komponisten Julien Painot zusammen. Die für die Live-Performance gedachte Partitur verbindet das geschriebene Stück mit Improvisation und lässt das Quartett die Filmstimmungen mit hybrid zusammengesetzten Instrumenten – Klavier, Synthesizer und Schlaginstrumenten – erforschen.
Der Agglomerationsvorstand dankt den Musikerinnen und Musikern des Quatuor Essor für ihren bedeutenden Beitrag zum Aufleben der Kammermusik in der regionalen Kulturszene und dafür, dass sie den Geist des Freiburger Musikschaffens in die Schweiz hinaustragen.
Zur Erinnerung: 2025 gewähren die zehn Agglomerationsgemeinden einen Gesamtbetrag von 2 391 500 Franken in form von jährlichen, ausserordentlichen und mehrjährigen Subventionen, um Kulturvereinigungen bei ihren Kunstprojekten und bei der weiteren Stärkung und Professionalisierung ihrer Strukturen zu begleiten. Durch ihr Engagement fördert die Agglomeration ein vielseitiges und hochwertiges Kulturangebot für die regionale Bevölkerung, wobei sie auch die Zweisprachigkeit unterstützt.